Predigt am 30. Mai 2021

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.    Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. (Joh. 3, 1-8)

Liebe Gemeinde,

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Auszeit-Andacht am 25. Mai 2021

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26a)

Liebe Auszeit-Menschen!

Faszinierend und erschreckend gleichzeitig sind für mich diese Worte. Neues fasziniert mich und erschreckt mich. Oft bleibe ich doch lieber bei dem Alten, dem Gewohnten, dem Bekannten. Und gleichzeitig sehne ich mich nach Veränderung, nach Erneuerung, nach Unerwartetem.

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Predigt am 23. Mai 2021

Der Turmbau zu Babel

Es hatte alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde. Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist erst der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst und herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der Herr über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.  (1. Mose 11, 1-9)

Liebe Gemeinde,

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Predigt am 16. Mai 2021

Am letzten Tag, dem Höhepunkt des Festes, stellte sich Jesus hin und rief mit lauter Stimme: „Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken – jeder, der an mich glaubt. So sagt es die Heilige Schrift: ‚Ströme von lebendigem Wasser werden aus seinem Inneren fließen.‘“ Jesus bezog dies auf den Heiligen Geist. Den sollten die erhalten, die zum Glauben an ihn gekommen waren. Denn der Heilige Geist war damals noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht in Gottes Herrlichkeit aufgenommen war.   ( Johannes 7, 37-39)

Liebe Gemeinde,


Unser Sehnen

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ – dieses Lied finden Sie auf der Rückseite des Blättchens. Ja, so geht es mir und vielleicht auch Ihnen, dass wir solch ein Sehnen in uns spüren. Vielleicht ist dieses Sehnen nicht immer gleich stark, aber es ist da. Ja, in mir ist ein Sehnen nach Frieden, nach Freiheit, nach Hoffnung. Für mich werden in den einzelnen Strophen sehr schöne Worte verwendet, um auszudrücken, was ich oft in mir trage: Die Sehnsucht nach Einsicht, nach Beherzt- heit, nach Beistand, nach Heilung, nach Ganzsein, nach Zukunft. Worauf ich hoffe, was ich mir wünsche, wird hier in Sprache gegossen und ich bin eingeladen, es mitzusingen. Gleichzeitig werden hier nicht nur Hoffnungen und Wünsche ausgedrückt. Das ganze Lied ist ja auch ein Gebet, das mit den Worten in der vierten Strophe schließt: „Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott!“ Vor diesem Hintergrund lesen sich die Worte unseres Predigttextes wie eine einzige Antwort.

Er ist die Antwort

Wenn ich diese Worte höre, dann verändere ich als erstes meine Fragestellung. Es heißt dann nicht mehr: Was erhoffe ich mir? Und auch nicht mehr: Was erwarte ich für mich? Jetzt, mit den Worten des Textes vor Augen, formuliere ich: Auf wen hoffe ich? Wen erwarte ich? Denn das ist ja das Besondere an dieser Erzählung. Sie dreht sich um eine Person. Die Hauptperson dieser Erzählung trägt einen Namen, einen einzigartigen Namen, so eizigartig wie diese Erzählung auch ist.

Mitten im Tempel spielt sie sich ab, am letzten Tag des Laubhüttenfestes. Die Priester zogen morgens zur Schiloachquelle, schöpften Wasser und brachten es in feierlicher Prozession zum Tempel, um es auf dem Brandopferaltar auszugießen. Dieser Ritus erinnerte an die Zeit der Wüstenwanderung, in der kostbares Wasser aus dem Felsen hervorkam, und verwies gleichzeitig auf die messianische Endzeit, in der aus dem Tempel in Jerusalem reinigendes Heilwasser quellen wird. Damit geht es um das Leben, das Überleben des Volkes in der Vergangenheit und in der Zukunft.

Ich bin es

Auf diesen Ritus nimmt Jesus Bezug, wenn er sich erhebt und den Menschen zuruft: „Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken!“ Es ist ein mutiges Wort, das Jesus den Menschen zusagt und eines der schönsten Bildworte, das zeigt, wer Jesus für uns ist: Die Quelle des Lebens. Ich bin es: Bei mir wird euer Durst nach Leben gestillt. „Wer an mich glaubt, aus dessen Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.“ In dem Lied singen wir: „Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.“ Hier ist die Antwort auf unsere Bitten. In einer Person, in Jesus Christus leuchtet Gottes Antwort auf, weil er, Jesus Christus aufsteht und es hinausruft: Ich bin es.

Wie das konkret geschehen kann, wird in der Geschichte von der Ehebrecherin deutlich, die Johannes im nächsten Kapitel erzählt. Diese Frau soll gesteinigt werden, ihr Leben verlieren. Aber mit Jesus nimmt diese Geschichte eine Wendung, er entlässt sie mit den Worten ins Leben: „Ich verurteile dich nicht. Geh. Aber tue von jetzt an kein Unrecht mehr.“ Neues Leben wird möglich, Vergebung wird greifbar, es gibt keine hoffnungslosen Fälle, all dies wird damit ausgesagt und vor allem: Es wird konkret, es wird greifbar. In Jesus Christus wird Gott konkret und in seinem Handeln greifbar. So werden die Worte in unserem Text nachvollziehbar: Er ist die Quelle des Lebens.

Und wir bekommen Anteil

Die an ihn glauben, sollen den Heiligen Geist empfangen. Das ist auch eine wichtige Aussage des Predigttextes. Der Geist Gottes, den uns der auferstandene Herr geben wird, wird in uns zu einer Quelle von lebendigem Wasser. Jeder von uns, der an Jesus Christus glaubt, wird zu einem Tempel des Heiligen Geistes. Und aus dieser Quelle werden Ströme von lebendigem Wasser hervorsprudeln. Denn unser Glaube verändert uns, er wirkt. Wir bekommen eine neue Sicht auf Gott, auf die Welt und auf uns selbst. Wir selbst werden Teil von etwas Neuem. Wir gewinnen eine neue, eine besondere Hoffnung, die über dieses Leben hinausreicht. Und wir können davon reden, und daraus Kraft schöpfen, denn alles, was wir hier beginnen und tun, wird am Ende nicht vergeblich sein. Und wir leben aus der Kraft der Liebe. Und Liebende leben aus der Vergebung. Das bedeutet, es gibt einen neuen Anfang, hier und jetzt, wenn wir es wollen, wenn wir uns danach sehnen. In 2. Tim. 1, 7 hören wir: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“           

Amen

Wenn Sie mögen, stimmen Sie ein in das Lied:

Da wohnt ein Sehnen

R.: Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.

  1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.

In Sorge, in Schmerz – sei da, sei uns nahe, Gott.

2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.

In Ohnmacht, in Furcht – sei da, sei uns nahe, Gott.

3. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.

In Krankheit, im Tod – sei da, sei uns nahe, Gott.

4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir

Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott.

Die Predigt ist auch zu hören unter der Tel.nr. 06441/445715.

Katechumenenunterricht findet donnerstags um 17:15 Uhr auf Skype statt. 

Kollekte: Wer eine Kollekte geben möchte, kann sie in einen Umschlag legen und in den Briefkasten am Gemeindebüro werfen. Sie ist bestimmt für Tikato.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!      

Ihre Pfarrerin Ellen Wehrenbrecht

Auszeit-Andacht 12. Mai 2021

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

noch seine Güte vom mir wendet. (Psalm 66,20)

Liebe Auszeit-Menschen!

Ich weiß nicht, wie ich diese Zeit überstehen würde, könnte ich nicht beten. Beten heißt „Gott treffen, wann ich will“ (Susanne Niemeyer) –

und das will und brauche ich gerade ständig.

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